So 03.01.2027 17:00 Uhr

Rachel Maria Kessler, Andrea Suter, Alex Ruef und Robert Schmid

Stossseufzer in bewegter Nacht – Lieder und Texte von Kurt Tucholsky

La Cappella

Das Publikum erwartet ein Abend voller Kontraste: heiter und melancholisch, politisch und intim, messerscharf und poetisch. «Stossseufzer in bewegter Nacht» zeigt mit Kurt Tucholsky einen Autor, dessen Œuvre auch im 21. Jahrhundert frisch und notwendig geblieben ist: So lassen die Texte und Lieder kein Auge trocken und hallen noch lange zwischen den Ohren nach.

Kurt Tucholsky (*1890 in Berlin) war einer der wichtigsten Stimmen in der Weimarer Republik. Mit spitzer Feder sezierte er soziale Ungerechtigkeiten, politische Verführungen und menschliche Verwirrungen. Früh warnte er vor Militarismus, Nationalismus und Faschismus. Die Nazis verbrannten seine Bücher und bürgerten ihn aus. Ab 1930 lebte Tucholsky vereinsamt in Schweden, wo er fünf Jahre später an einer Überdosis Schlafmittel starb. 

Im neunzigminütigen Reigen «Stossseufzer in bewegter Nacht» stehen am Anfang und am Schluss Tucholskys Briefe aus dem Exil an seine Zürcher Geliebte Hedwig Müller, genannt «Nuuna». Diese privaten Zeilen offenbaren einen Mann, der um seine Gesundheit ringt, unter der Isolation leidet und gleichzeitig unerschütterlich versucht, die Würde und die klare politische Haltung zu bewahren – und den Humor nicht zu verlieren. Dazwischen stehen Texte und Lieder, die den Reichtum seines Werkes spiegeln: Vom kleinen Glück am Wegrand, von Frauenfiguren voller Witz und Selbstbewusstsein bis hin zu unbedarften Männern, die er mit vergnügtem Spott zerlegt – und hinab zu politischen Abgründen, die leider wieder erschreckend aktuell geworden sind. Die Vertonungen stammen von Komponisten wie Hanns Eisler, Friedrich Hollaender, Mischa Spoliansky, Juriaan Andriessen und anderen mehr, die mit ihrem musikalischen Schwung Tucholskys Texte zu Gassenhauern in den Berliner Kabaretts der wilden Zwanzigerjahre formten.

Die Sängerinnen Rachel Maria Kessler und Andrea Suter verleihen mit ihren Stimmen und ihrem facettenreichen Spiel den Chansons mal grelle, dann wieder zart pastose Farben. Begleitet werden sie von Alex Ruef am Klavier, der von Feingefühl bis Pomp alle Register zieht. Robert Schmid liest die Texte mit augenzwinkerndem Pathos und echter Leidenschaft. Stephan Mathys hat das bunte Programm zusammengestellt und die Proben begleitet.    

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Sprache Deutsch
Ort La Cappella

Vorstellungen

So 03.01.2027 17:00 Uhr Ticket